Was ist prāṇāyāma?

Was ist prāṇāyāma?

Mit dem Begriff Yoga verbinden die meisten Menschen automatisch aktive Asanas (Yogapositionen) wie die Sonnengrüße, den Baum oder auch die starken Kriegerpositionen. Aber nicht nur physische, kraftvolle Positionen gehören zum Yoga, sondern auch Techniken zur Atementspannung – prāṇāyāma – die ebenso ausgleichend und wohltuend auf uns wirken wie Asanas, sowohl mental als auch physisch. Doch wie genau wirkt eigentlich prāṇāyāma: ein Hinweis steckt bereits in der Übersetzung: „prāṇa“ – Lebensatem, Lebensenergie, „ayama“ – Kontrolle – in gewisser Weise versuchen wir also gezielt, unsere Atmung zu kontrollieren und zu lenken, um langfristig zu unserer natürlichen Atmung zurückzufinden, die wir im Alltag in vielen Situationen vernachlässigen. Wir nehmen sie als etwas Selbstverständliches wahr, Atmung passiert gefühlt automatisch. Richtig bewusst werden wir uns ihrer jedoch häufig erst, wenn sie durch einen Infekt oder eine allergische Reaktion stark eingeschränkt wird. Machen wir ein kleines Experiment und beobachten unsere Atemweise für ein paar Tage oder eine Woche,  können wir feststellen, dass wir in manchen Situationen wie Stress oder Wut flach und gepresst atmen oder gar die Luft anhalten. Vielleicht sitzen wir viel am Schreibtisch in einer gekrümmten Haltung, in der wir unser volles Atemvolumen nicht ausschöpfen können, und wer schon länger Yoga und Pranayama macht, weiß, wie gut sich die freie Atmung und die Weite Brustkorb anfühlt, wenn eine volle, tiefe Atmung möglich ist. Prāṇāyāma macht den Atem also frei, frei fließend, so dass alle Atemräume genutzt werden können, der ganze Körper wird durch gezielte Übungen mit Sauerstoff versorgt, jede einzelne Zelle. Bei ausgleichenden Übungen wie der Wechselatmung (Anuloma Viloma) oder Brahmari, liegt der Fokus auf einer Verlängerung der Ausatmung, die wiederum beruhigend auf mentaler Ebene wirkt. Gleichzeitig gibt es auch Übungen wie Kapalabhati, die Feueratumung, die wach macht und erfrischt. Wir haben vielfältige Möglichkeiten, auch auf diese Weise zu entspannen. Übertreiben sollte man jedoch am Anfang nicht, auch hier gilt: Weniger ist mehr, denn ein „Zuviel“ kann das Gegenteil von Entspannung bewirken, nämlich Erschöpfung oder Nervosität. Auch hier gilt es, die gesunde Mitte zu finden, ein gesundes Maß, das sich mit Regelmäßigkeit langsam steigern lässt.

Satz der Woche (und mein Lieblingssatz): „Less thinking, more breathing“ (K. Pattabhi Jois)

Demnächst Workshop prāṇāyāma – Informationen in Kürze.

 

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