Brahma Mudra – Die Entdeckung der Langsamkeit

Brahma Mudra – Die Entdeckung der Langsamkeit

Brahma Mudra ist eine Entspannungsübung für den Nacken und den Schulterbreich. Wenn man zu Verspannungen und Blockaden in diesen Bereichen neigt, beispielsweise durch langes Sitzen am Schreibtisch, ist diese Übung eine große Erleichterung, denn sie dehnt die Nackenmuskulatur und entspannt glichzeitig Muskeln, Sehnen und Bänder. Auch Kopfschmerzen haben häufig ihren Ursprung in Nacken- oder Schulterverspannungen, die in den Kopf ausstrahlen. Brahma Mudra wirkt daher präventiv gegen Kopfschmerzen. Aber nicht nur physisch wirkt Brahma Mudra entlastend, auch auf psychischer Ebene findet eine Lösung von Blockaden statt. Nicht umsonst sagt man – „Die Angst sitzt mir im Nacken“ oder „alles lastet auf meinen Schultern“. Die sehr langsamen und kontollierten Bewegungen setzten ein hohes Maß an Konzentration voraus. Die Langsamkeit wird, so ging es mir zu Beginn des regelmäßigen Übens, möglicherweise nicht leicht fallen. Wir sind es gewohnt, häufig unter Zeitdruck zu arbeiten und die Dinge schnell zu erledigen, manchmal laufen die Dinge für uns selbst nicht schnell genug. Auch in Stressituationen oder bei großer Unruhe, ist es zunächst schwer, sich ganz ruhig hinzusetzen und extrem langsam zu sein. Die Gedanken kreisen und die Phantasie entfaltet ihre ganze Kreativität. Aber genau an diesem Punkt ist es wichtig, nicht gleich aufzugeben, denn der Körper und der Kopf brauchen eine Weile, bis sie sich besänftigen lassen. Meist dauert es zwei bis drei Runden, bis langsam Ruhe einkehrt und der Körper sich erlaubt in die Ruhe zu gehen. Brahma Mudra ist eine wunderbare Möglichkeit, den Kopf wieder frei zu bekommen, ein Versuch ist es also in jedem Fall wert. Es ist meine Lieblingsübung geworden, sie dauert nur 5 Minuten und man kann sie überall machen, egal, wo man gerade ist.

Lange Rede – nun zur Übung:

Richte dich gut im Sitzen ein, vielleicht im Schneider- oder Fersensitz.

Spüre den Kontakt deines Körpers zum Boden, richte dich Wirbel für Wirbel auf und lass die Wirbelsäule immer länger werden. Schieb den Hinterkopf leicht nach hinten oben und lass die Schultern entspannt nach unten sinken.

Und nun geht es ganz simpel los:

Dreh deinen Kopf in Zeitlupe zunächst nach links, die Atmung fließt dabei ganz natürlich und gleichmäßig, kein Stress, der Unterkiefer ist entspannt.

Dreh den Kopf nur soweit wie der Nacken es zulässt, nicht über die Grenze hinaus, verweile hier ganz kurz und dreh den Kopf dann wieder in die Mitte zurück

…dann nach rechts, kleine Pause….

…wieder in die Mitte zurück…

bewege den Kopf nach oben, lass ihn leicht nach hinten sinken…

…wieder in die Mitte zurück…

dann nochmal nach unten, zieh das Kinn zum Brustbein nach unten…winzige Pause…

und ein letztes Mal in die Mitte zurück.

Dann beginne mit der nächsten Runde….

Insgesamt wiederholt man die Übung etwa 3-5x, dabei dauert eine Runde etwa 1 Minute! Ich würde mit 2-3 Runden beginnen und dann je nach Gefühl von Mal zu Mal etwas mehr machen.

Versuche immer den Unterkeifer entsapannt zu lassen, die Zähne berühren sich nicht und die Atmung fließt ganz ruhig und sanft durch die Nasenlöcher ein…und wieder aus…

Ärgere dich nicht, wenn du ungeduldig wirst, das ist normal, versuche dich in diesem Fall, und vor allem, wenn deine Gedanken wieder ein Eigenleben entwickeln, auf deine Atmung zu konzentrieren, er ist wie ein roter Faden, der dich durch die Übung begleitet.

Viel Spaß beim Ausprobieren – und schön langsam!

 

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